1. Streich

Mit einem guten Dutzend Menschen haben wir am 17.09.2011 hunderte Flugzettel (Vorderseite Rückseite) entlang der Lilienthaler Hauptstraße verteilt. Ziel war es, auf die politischen Hintergründe des Inhabers des Ladens „Baguette de France“ aufmerksam zu machen und seine Bedeutung als eine der Hauptpersonen der regionalen Neonazistrukturen darzustellen.

„Baguette de France“ in der Hauptstraße 67 gehört Hannes Ostendorf, Sänger der Band „Kategorie C“ und mehrfach wegen Gewalttaten vorbestraft; unter anderem für einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Am 29.09.2011 wurde er (mit sechs weiteren Tätern aus der rechten Hooliganszene) erneut für einen neonazistischen Angriff vom Amtsgericht Bremen verurteilt (End Of Road Bericht).

Um vor dem Beginn des Verkaufstages unsere Infozettel zu streuen und den Lilienthaler_innen ein interressantes Wochenendthema darzubieten waren wir um 9 Uhr vor Ort. Wir zogen entlang der Hauptstraße und steckten die Flyer in sämtliche Briefkästen, an Scheibenwischer und Geschäfte. Menschen die uns über den Weg liefen wurden direkt angesprochen und manche, schon geöffnete, Geschäfte wollten Flyer bei sich auslegen. Das Feedback auf die Flugblätter war überwiegend positiv. Viele Menschen wussten schon über die neonazistischen Umtriebe des Hannes Ostendorf bescheid, einem anderem Teil waren die Infos neu und willkommen.

Auch in direkter Nachbarschaft und den anliegenden Geschäften des Ladens verteilten wir unsere Flyer. Allerdings wurden wir ab dort hartnäckig beobachtet und beschlossen es für den Tag gut sein zu lassen. An der Haltestelle des Busses zurück nach Bremen wurden wir leider noch aus einem Auto heraus gefilmt oder fotografiert. Ärgerlich…

2. Streich

Am Montag den 26.09.2011 fuhren wir, diesmal mit weniger Leuten, erneut nach Lilienthal, an das Gymnasium. Denn immer wieder kommt es vor, daß sich nichts Böses ahnende Schüler_innen nicht nur einen braunen Snack beim Neonazi kaufen, sondern auch ihre preiswerte Arbeitskraft unbedarft an die Sache der Rechten verkaufen, um in der aufgezwungenen Verwertungslogik des Kapitalismus zu bestehen.

Wir informierten die Schüler_innen, die sich in die Pause begaben und klemmten Flyer hinter die Scheibenwischer der parkenden Autos. Es wurde uns relativ schnell untersagt weiterhin auf dem Schulgelände Flyer zu verteilen, bereits in Fahrradkörbe gelegte Zettel wurden, vermutlich vom Hausmeister, wieder eingesammelt.

Einige Schüler_innen haben uns daraufhin geholfen und für uns die Flugblätter in der Schule verteilt. Nach der ersten Großen Pause sind wir dann wieder weg.

Alles in Allem zwei sehr erfolgreiche Aktionen. Es hat sich gezeigt, dass viele Menschen schon über den Laden bescheid wissen. Trotzdem scheinen viele, besonders junge Leute, dort noch einzukaufen. Die Meinung, dass es ok sei dort weiterhin zu essen ist relativ weit verbreitet. Vielleicht überlegen sich ja nun einige Personen, ob sie ihr Geld weiterhin einem aktiven Nazi geben wollen, oder doch lieber woanders essen möchten.

Das wird auf jeden Fall nicht die letzte Aktion gegen den Betreiber des Ladens gewesen sein.

Weitere Infos:

Ein Bericht über Hannes Ostendorfs Band Kategorie C gibt es hier

Ausführliche Broschüre über Naziläden in Bremen und Umgebung, Hannes Ostendorf und einige andere regionale Nazis gibt es hier

Eine ausführliche Zusammenfassung der gesamten rechten Strukturen in Bremen und Umzu gibt es hier

KEINEN METER! KEINEN LADEN UND KEINEN CENT DEN NAZIS! NICHT IN BREMEN ODER SONSTWO!