Baguette de France geschlossen!

Der Nazi Hannes Ostendorf hat seinen Imbiss in Lilienthal nach etlichen Protesten nun schließen müssen. Damit gibt es wieder einen Naziladen weniger in Bremen und Umgebung. Vielen Dank, an alle die sich an den Protesten beteiligt haben.

http://www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/gesellschaftrechterimbissgeschlossen100.html

Keinen Meter, keinen Cent, keinen Laden den Nazis!

149 Todesopfer durch rechtsextreme und rassistische Gewalt in Deutschland seit 1990 – Dunkelziffer wesentlich höher

Todesopfer seit 3. Oktober 1990
…und es sind noch viele mehr

1990

1.) Andrzej Fratczak
Am 7. Oktober 1990 wurde er bei einem Überfall durch drei Jugendliche vor einem Nachtclub in Lübbenau (Brandenburg) totgeschlagen und -getreten. Die drei deutschen Täter wurden zu Freiheitsstrafen von acht Monaten zu dreidreiviertel Jahren verurteilt. Zwei von ihnen waren an einem Angriff auf das Asylbewerberheim in Lübbenau beteiligt.

2.) Amadeu Antonio Kiowa, 28 Jahre (RT)
Am 25. November 1990 wurde er in Eberswalde (Brandenburg) bei einem Angriff von 50 Rechtsextremisten auf drei Personen afrikanischer Herkunft vor einem Gasthof mit Knüppeln ins Koma geprügelt. Er starb elf Tage später.

3.) Klaus-Dieter Reichert, 24 Jahre
Am 11. Dezember 1990 wurde er in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg von drei Skinheads, die beauftragt waren bei ihm Schulden einzutreiben, zusammengeschlagen. In Panik sprang er aus dem Fenster, fiel zehn Stockwerke tief und starb.

4.) Nihad Yusufoglu, 17 Jahre
Er wurde am 28. Dezember 1990 in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) von einem gleichaltrigen Skinhead mit einem Messerstich ins Herz getötet.

5.) Obdachloser, 31 Jahre (HM)
Er wurde am 31. Dezember 1990 in Flensburg (Schleswig-Holstein) von jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen und -getreten. Er starb sechs Tage später an seinen Verletzungen.

1991

6.) Alexander Selchow, 21 Jahre, Bundeswehrsoldat
Am 31. Dezember 1990 wurde er in Rosdorf (Niedersachsen) von zwei 18-jährigen Skinheads, die der FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei) angehörten, mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Er starb am 01.01.1991 an den Folgen des Angriffs.

7.) Jorge João Gomondai, 28 Jahre (RT)
Am 31. März 1991 wurde Jorge João Gomondai in Dresden (Sachsen) während einer Auseinandersetzung mit Skinheads aus einer fahrenden Straßenbahn gestoßen oder sah sich aus Angst dazu gezwungen, aus der Bahn zu springen. Er starb an seinen schweren Kopfverletzungen.

8.) Helmut Leja, 39 Jahre, Obdachloser (HM)
Der Obdachlose Helmut Leja wurde am 4. Juni 1991 in Gifhorn-Kästorf (Niedersachsen) von einem Jugendlichen erstochen. Der Täter gehörte der örtlichen Skinheadszene an und beschimpfte Helmut Leja im Vorfeld als „Abschaum“.

9.) Agostinho Comboio, 34 Jahre (RT)
Am 15. Juni 1991 wurde Agostinho Comboio in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) von einem Rechtsextremen verprügelt und erstochen.

10.) Samuel Kofi Yeboah, 27 Jahre (RT)
Am 19. September 1991 verbrannte Samuel Kofi Yeboah in einem Asylbewerberheim in Saarlouis (Saarland), auf das ein Brandanschlag verübt worden war.

11.) Gerd Himmstädt, 30 Jahre
Er wurde am 1. Dezember 1991 in Hohenselchow (Brandenburg) von sieben Jugendlichen mit Baseballschlägern zusammengeschlagen. Die Täter gehören nach eigenem Bekunden „dem Kern der rechten Szene an“. Gerd Himmstädt verstarb am 3. Dezember 1991 an den Folgen des Angriffs.

12.) Timo Kählke, 29 Jahre (RT)
Er wurde am 12. Dezember 1991 in Meuro (Brandenburg) von Mitgliedern einer “Wehrsportgruppe” erschossen, als diese sein Auto für einen geplanten Überfall stehlen wollten.

1992

13.) 18-Jähriger
Ein 18-jähriger Jugendlicher wurde am 05. Januar 1992 in Gransee (Brandenburg) von 15 Neonazis erschlagen.

14.-16.) Dreiköpfige Familie aus Sri Lanka
Sie starben am 31. Januar 1992 bei einem Brandanschlag auf ihre Flüchtlingsunterkunft in Lampertheim (Hessen).

17.) Matthias Knabe, 23 Jahre
Matthias Knabe wurde bei Gifhorn (Niedersachsen) von 15 Rechtsextremen angegriffen. Im Verlauf des Angriffs trieben sie den Punk auf die Bundesstraße 4, wo er von einem Auto erfasst wurde. Er erlitt schwere Hirnverletzungen, die am 4. März 1992 zu seinem Tod führten.

18.) Dragomir Christinel, 18 Jahre, Asylbewerber (RT)
Er wurde am 15. März 1992 bei einem Überfall von 25 Skinheads auf ein Asylbewerberheim in Saal (Mecklenburg-Vorpommern) aus Rache für eine vorausgegangene Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Rumänen zu Tode geprügelt.

19.) Gustav Schneeclaus, 52 Jahre, Seemann (RT)
Weil er Hitler als “großen Verbrecher” bezeichnet hatte, wurde er am 18. März 1992 in Buxtehude (Niedersachsen) von Skinheads so schwer misshandelt, dass er am 22. März 1992 an den Folgen seiner Verletzungen starb.

20.) Ingo Finnern, 31 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Nachdem er sich am 19. März 1992 in Flensburg (Schleswig-Holstein) gegenüber einem Skinhead als Sinto zu erkennen gegeben hatte, wurde er von diesem ins Hafenbecken gestoßen und ertrank.

21.) Erich Bosse
Er kam am 4. April 1992 bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Hörstel (Nordrhein-Westfalen) ums Leben.

22.) Nguyen Van Tu, 24 Jahre (RT)
Am 24. April 1992 wollte er zwei vietnamesischen Freunden helfen, die in Berlin-Marzahn von einer Gruppe rechter Jugendlicher verprügelt wurden. Er wollte die Jugendlichen zur Rede stellen und wurde jedoch von einem von ihnen mit einem Messer erstochen.

23.) Thorsten Lamprecht, 23 Jahre (RT)
Am 9. Mai 1992 wurde er in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) bei einem Überfall von 60 Skinheads auf eine Punk-Fete mit Baseballschlägern angegriffen. Er erlag seinen Verletzungen am 11. Mai 1992.

24.) Emil Wendtland, 50 Jahre, Obdachloser (HM)
Er wurde am 1. Juli 1992 von drei Skinheads, die sich zum “Penner klatschen” verabredet hatten, im Rosengarten von Neuruppin (Brandenburg) zusammengeschlagen und anschließend erstochen.

25.) Sadri Berisha, 56 Jahre (RT)
Am 8. Juli 1992 wurde der Kosovo-Albaner von sieben Skinheads, die “Polacken klatschen” wollten, bei einem Angriff auf seine Unterkunft in Ostfildern-Kemnat (Baden-Württemberg) mit einem Baseballschläger erschlagen.

26.) Dieter Klaus Klein, 49 Jahre, Obdachloser (HM)
Weil er sich über den Lärm und die “Sieg Heil”-Rufe beschwert hatte, wurde er am 1. August 1992 im Stadtpark von Bad Breisig (Rheinland-Pfalz) von zwei Skinheads zusammengetreten und danach mit einem Kampfmesser erstochen.

27.) Ireneusz Szyderski, 24 Jahre, Erntehelfer
Nach dem Besuch eines Diskozeltes am 3. August 1992 in Stotternheim (Thüringen) wurde er nach dem Versuch das Gelände über einen Zaun zu verlassen, von drei Ordnern, die der Skinheadszene angehörten, so schwer verprügelt, dass er an den Verletzungen an Kopf und Rücken starb.

28.) Frank Bönisch, 35 Jahre, Obdachloser (HM)
Er starb am 24. August 1992, als ein 23-jähriger Skinhead auf dem Zentralplatz in Koblenz (Rheinland-Pfalz) die gesamte Munition seiner Handfeuerwaffe auf eine Gruppe Obdachloser, Punks und Drogenabhängiger abfeuerte.

29.) Günter Heinrich Hermann Schwannecke, 58 Jahre, Obdachloser (HM)
Am 29. August 1992 wurden er und ein weiterer Obdachloser auf einer Parkbank in Berlin-Charlottenburg von einem Mitglied des Ku-Klux-Klan mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen. Er erlag am 5. September 1992 seinen Verletzungen.

30.) Waltraud Scheffler, Aushilfskellnerin
Sie versuchte, bei einem Überfall von Neonazis auf ein Lokal in Geierswalde (Sachsen) am 11. Oktober 1992 auf die mit “Sieg Heil”-Rufen Eindringenden einzureden und wurde dabei mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen. An ihren schweren Verletzungen starb sie zwölf Tage später.

31.) Rolf Schulze, 52 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Am 7. November 1992 wurde er bei Lehnin (Brandenburg) von zwei Skinheads getreten, geschlagen, mit einer Propangasflasche verprügelt und mehrmals in den Kölpinsee untergetaucht. Seine Leiche wurde mit Benzin übergossen und angezündet.

32.) Karl-Hans Rohn, 53 Jahre, Metzger (RT)
Am 13. November 1992 wurde er in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) in einem Lokal von zwei Rechtsextremisten geschlagen, angezündet und erstickt, nachdem er sich als Jude ausgegeben hatte.

33.) Silvio Meier, 27 Jahre, Drucker (RT)
Er gehörte zu einer Gruppe von vier Linken, die am 21. November 1992 in Berlin in eine Auseinandersetzung mit fünf Neonazis gerieten, als jene einen von ihnen aufforderten, den Aufnäher “Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein” abzunehmen. Zwei der Begleiter Silvio Meiers wurden schwer verletzt, er selbst mit Messerstichen in die Lunge getötet.

34.) Bahide Arslan, 51 Jahre (RT)
Am 23. November 1992 verbrannte sie in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.

35.) Ayse Yilmaz, 14 Jahre (RT)
Am 23. November 1992 verbrannte sie in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem durch Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.

36.) Yeliz Arslan, 10 Jahre (RT)
Am 23. November 1992 verbrannte sie in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem durch Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.

37.) Bruno Kappi, 55 Jahre, Zeitungsverteiler
Am 15. Dezember 1992 wurde er vor einem Kaufhaus in Siegen tot aufgefunden. Zwei Neonazis schlugen Bruno Kappi brutal zusammen, traten dann auf ihn ein und ließen ihn anschließend sterbend am Boden liegen.

38.) Hans-Jochen Lommatsch, 51 Jahre, Baumaschinist
Er wollte am 18. Dezember 1992 in Oranienburg (Brandenburg) nach seinem Auto sehen, als er von zwei Skinheads angegriffen und von einem der beiden mit Tritten und Faustschlägen getötet wurde.

39.) Sahin Calisir, 20 Jahre
Er wurde am 27. Dezember 1992 auf der Autobahn 57 bei Meerbusch (Nordrhein-Westfalen) von einem Rechtsradikalen mit dem Auto verfolgt und gerammt. Aus Angst verließ Sahin Calisir seinen Wagen, wurde von einem vorbeifahrenden Auto überfahren und starb.

1993

40.) Karl Sidon, 45 Jahre, Parkwächter (RT)
Am 18. Januar 1993 geriet er in Arnstadt (Thüringen) mit rechten Jugendlichen, mit denen er schon mehrfach Auseinandersetzungen gehabt hatte, in einem Streit und wurde bewusstlos geschlagen. Danach zogen ihn die Jugendlichen auf die Straße, wo er von vorbeifahrenden Autos überfahren wurde. Er starb im Krankenhaus.

41.) Mario Jödecke, 23 Jahre
Am 24. Januar 1993 kam es in Schlotheim (Thüringen) vor einer Pizzeria während eines “Heavy-Metal-Abends” zu einer Schlägerei zwischen einer Gruppe linker Punks und einer Gruppe rechter Heavy Metals. Im Verlauf der Schlägerei wurde Mario Jödecke, der mit einem Baseballschläger bewaffnet war, von einem 17-jährigen Skinhead durch einen Messerstich ins Herz getötet.

42.) Mike Zerna, 22 Jahre (RT)
Er wurde am 19. Februar 1993 in Hoyerswerda (Sachsen) bei einem Überfall von rechten Skinheads auf linke Musiker zusammengeschlagen. Sie riefen “Schlagt die Zecken tot!” und kippten ein Auto auf den schon am Boden liegenden Mike Zerna. Er starb sechs Tage später an seinen Verletzungen.

43.) Mustafa Demiral, 56 Jahre (RT)
Am 9. März 1993 wurde der Herzkranke in Mülheim/Ruhr (Nordrhein-Westfalen) von zwei Deutschen rassistisch angepöbelt. Als er sich zur Wehr setzte, zielten sie mit einer Gaspistole auf seinen Kopf. Mustafa Demiral brach zusammen und starb kurz darauf an einem Herzanfall.

44.) Hans-Peter Zarse, 18 Jahre
Am 12. März 1993 geriet der Skinhead mit einem weiteren Mitglied der Szene in der Nähe von Uelzen (Niedersachsen) während einer Moped-Panne in Streit. Sein Kamerad fühlte sich in seiner „Ehre beeinträchtigt“, um sie “wieder herzustellen” erstach er den 18-Jährigen.

45.) Matthias Lüders, 23 Jahre, Wehrpflichtiger
Bei einem Überfall von 40 rechten Skinheads auf eine Diskothek in Obhausen (Sachsen-Anhalt) am 24. April 1993 erhielt er zwei Schläge auf den Kopf und erlag zwei Tage später seinen Verletzungen.

46.-50.) Gürsün Inçe, 27 Jahre; Hatice Genç, 18 Jahre; Hülya Genç, 9 Jahre; Saime Genç, 4 Jahre; Gülüstan Öztürk, 12 Jahre (RT)
Sie starben am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).

51.) Horst Hennersdorf, 37 Jahre, Obdachloser (RT)
Am 5. Juni 1993 wurde er in Fürstenwalde (Brandenburg) von zwei jungen Rechtsextremisten zu Tode gequält. Mehrere Zeugen beobachteten die Tat ohne einzuschreiten.

52.) Obdachloser, 33 Jahre (RT und HM)
Der Schlafende wurde am 16. Juli 1993 in Marl (Nordrhein-Westfalen) als “Judensau” beschimpft und von einem rechten Skinhead mit Schlägen und Tritten bewusstlos geschlagen. Er starb drei Monate später, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.

53.) Hans-Georg Jakobson, 35 Jahre
Am 28. Juli 1993 wurde der Schlafende von drei rechten Skinheads in einer S-Bahn nahe Strausberg (Brandenburg) geschlagen und getreten. Anschließend warfen sie ihn aus der fahrenden S-Bahn. Er starb an seinen Verletzungen.

54.) Michael Gäbler, 18 Jahre
Am 19. November 1993 kam es in einem Jugendklub in Zittau (Sachsen) während einer Party zu einem Streit mit einem Gast, der auf Grund nationalistischer Sprüche Hausverbot erteilt bekam. Gäbler und ein Begleiter führten danach eine verbale Auseinandersetzung mit ihm, 150 Meter vom Klubhaus entfernt. Als sich der Begleiter zum Gehen abwandte, stach der bekennende Nazi mehrmals auf Gäbler ein, der daraufhin an den schweren Verletzungen starb.

55.) Bakary Singateh, 19 Jahre, Asylbewerber
Er wurde am 7. Dezember 1993 im Eilzug von Hamburg nach Buchholz (Niedersachsen) von einem 54-jährigen Deutschen durch einen Messerstich in den Bauch tödlich verletzt, weil sich dieser durch den Asylbewerber gestört gefühlt hatte.

1994

56.) Ali Bayram, 50 Jahre, Unternehmer
Am Abend des 18. Februar 1994 wurde er in seiner Wohnung in Darmstadt (Hessen) von seinem Nachbarn erschossen. Auch seine Tochter wurde von einer Kugel am Arm verletzt. Der Nachbar war der Familie schon längere Zeit als Neonazi bekannt. Er begründete die Tat damit, dass die fünfköpfige Familie zu laut gewesen sei.

57.) Klaus R., 43 Jahre
Er geriet am 28. Mai 1994 mit einer Gruppe von sechs rechten Skinheads, die eine Wohnung in einem Mietshaus in Leipzig (Sachsen) besetzt hatten, in einen Streit und wurde von diesen zu Tode geprügelt.

58.) Beate Fischer, 32 Jahre, Prostituierte
Am 23. Juli 1994 wurde sie von drei Skinheads getötet und vor die Mülltonnen eines Hauses in Berlin-Reinickendorf gelegt. Sie war den Tätern zunächst freiwillig gefolgt, wollte nach einer Misshandlung jedoch gehen. Daraufhin wurde sie mehrfach vergewaltigt und anschließend erwürgt.

59.) Jan W., 45 Jahre, Bauarbeiter
Am 26. Juli 1994 wurde der Pole von einer Gruppe junger Deutscher in die Berliner Spree getrieben, gewaltsam daran gehindert ans Ufer zurückzuschwimmen und ertrank.

60.) Gunter Marx, 42 Jahre
Am 6. August 1994 wurde er in Velten (Brandenburg) von einer Gruppe von Rechten, die ihn ausrauben wollten, vom Fahrrad getreten. Als er ihnen sagte, dass er kein Geld bei sich habe, wurde er von einem der Rechten mit einem schweren Schraubenschlüssel erschlagen.

61.) Piotr Kania, 18 Jahre
Am 6. November 1994 geriet er auf dem Bahnhof von Rotenburg/Fulda (Hessen) in eine Auseinandersetzung mit fünf Bundeswehrrekruten. Nach Zeugenaussagen war einer der Soldaten eindeutig als Rechter erkennbar, weswegen ihn Kania als “Nazischwein” bezeichnete und ihn bis zum Bahnhofsvorplatz verfolgte, wo jener sich schließlich plötzlich umdrehte und ihm einen Stoßdolch gezielt ins Herz rammte.

1995

62.) Horst Pulter, 65 Jahre, Obdachloser (HM)
Am 5. Februar 1995 wurde der auf einer Parkbank im Stadtpark von Velbert (Nordrhein-Westfalen) Schlafende von sieben rechtsextremistischen Jugendlichen durch Tritte verletzt. Einer der Jugendlichen versetzte ihm zum Schluss einen tödlichen Messerstich.

63.) Peter T., 24 Jahre, Bundeswehrsoldat
Am 25. Mai 1995 wurde er bei einem Ausflug an einen Stausee bei Hohenstein/Ernstthal (Sachsen) von etwa zwanzig Skinheads, die zuvor Pakistanis angegriffen hatten, zusammengeschlagen. Er starb neun Tage später.

64.) Dagmar Kohlmann, 25 Jahre (RT)
Am 16. Juli 1995 wurde sie in Altena (Nordrhein-Westfalen) vom vorbestraften und per Haftbefehl gesuchten Neonazi Thomas Lemke und seiner Freundin stundenlang auf das Schwerste misshandelt und nach ihrem gewaltsamen Tod in einem Wald verscharrt. Während der Gerichtsverhandlung teilte der Täter mit, dass er jemanden habe umbringen wollen, “einfach irgend jemanden, der dumm genug ist, in unsere Wohnung mitzukommen”.

65.) Klaus-Peter Beer, 48 Jahre (HM)
In der Nacht zum 7. September 1995 wurde der Homosexuelle von zwei Skinheads in Amberg (Bayern) in die Vils geworfen und ertrank.

1996

66.-75.) Maiamba Bunga, Nsuzana Bunga, Françoise Makodila, Christine Makodila, Miya Makodila, Christelle Makodila, Legrand Makodila, Jean-Daniel Makodila, Rabia El Omari und Sylvio Amoussou (RT)
Sie verbrannten in der Nacht zum 18. Januar 1996 bei einem Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck (Schleswig-Holstein).

76.) Sven Beuter, 23 Jahre (RT)
Am 15. Februar 1996 wurde er in Brandenburg/Havel (Brandenburg) von einem Skinhead so schwer verprügelt, dass er fünf Tage später starb. Der Täter wollte an ihm seinen Hass auf “Zecken”, wie Linke und Punks von der rechten Szene genannt werden, ablassen.

77.) Patricia Wright, 23 Jahre (RT)
Am 3. Februar 1996 wurde sie in Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) von dem Neonazi Thomas Lemke misshandelt, vergewaltigt und anschließend erstochen, weil sie bei einer früheren Begegnung einen “Nazis Raus”-Aufnäher auf der Jacke getragen hatte.

78.) Martin Kemming, 26 Jahre (RT)
Am 15. März 1996 wurde der Aussteiger aus der rechten Szene in Dorsten-Rhade (Nordrhein-Westfalen) von dem Neonazi Thomas Lemke erschossen. Dieser hatte Kemming für einen Verräter gehalten, da er von ihm angezeigt und belastet worden war.

79.) Bernd G., 43 Jahre, Geschäftsmann
Am 8. Mai 1996 wurde er in Leipzig-Wahren (Sachsen) nach einer Zechtour mit drei Rechtsextremisten von ihnen zusammengeschlagen und erstochen. Die Leiche versenkten die drei Täter im Ammelshainer See, wo sie eine Woche später gefunden wurde.

80.) Boris Morawek, 26 Jahre
Am 11. Juli 1996 wurde er auf einem Platz in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei Skinheads mit Tritten und Schlägen traktiert, weil er als “Kinderschänder keine Rechte mehr habe”. Von Zeugen gerufene Polizisten verhinderten nicht, dass weiterhin auf ihn eingetreten wurde. Zwei Tage später starb er an seinen schweren Kopfverletzungen.

81.) Werner Weickum, 44 Jahre, Elektriker
Er wurde am 19. Juli 1996 am Bahnhof von Eppingen (Baden-Württemberg) von einer rechtsgerichteten Jugendbande überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt.

82.) Andreas Götz, 34 Jahre
Er starb an den Folgen eines Überfalls durch sechs rechte Jugendliche am 1. August 1996 in Eisenhüttenstadt (Brandenburg). Sie erbeuteten 90 DM und erpressten die Geheimnummer seiner EC-Karte, indem sie auf ihn einschlugen und ihm auf den Kopf sprangen.

83.) Achmed Bachir, 30 Jahre, Asylbewerber
Er wurde am 23. November 1996 in Leipzig (Sachsen) vor einem Gemüseladen mit einem Messerstich ins Herz getötet, als er zwei deutschen Kolleginnen zu Hilfe kommen wollte, die von zwei Skinheads attackiert und als “Türkenschlampen” bezeichnet worden waren.

1997

84.) Phan Van Toau, 42 Jahre
Er wurde am 31. Januar 1997 am Bahnhof Fredersdorf (Brandenburg) von einem 30-Jährigen und einem 36-Jährigen auf Grund ihres Ausländerhasses mehrfach geschlagen und mit dem Kopf auf den Betonboden geworfen. Er starb am 30. April 1997 in einer Rehabilitationsklinik.

85.) Frank Böttcher, 17 Jahre (RT)
Der zur Punk-Szene Zugehörige wurde am 8. Februar 1997 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) von einem Gleichaltrigen mit Springerstiefeln getreten. Anschließend stach dieser dem am Boden Liegenden mit einem Butterfly-Messer mehrfach in den Rücken. Frank Böttcher starb kurz darauf im Krankenhaus.

86.) Antonio Melis, 37 Jahre
Er wurde am 13. Februar 1997 in Caputh (Brandenburg) von einem 18-Jährigen und einem 25-Jährigen mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt und anschließend von dem 18-Jährigen in der Havel ertränkt. Zeugen berichteten von rassistischen Äußerungen gegenüber dem Opfer.

87.) Stefan Grage, Polizist (RT)
Am 23. Februar 1997 wurde er auf dem Autobahn-Parkplatz Roseburg (Schleswig-Holstein) vom flüchtigen Rechtsextremisten Kai Diesner erschossen.

88.-89.) Olaf Schmidke; Chris Danneil
Nach einem Streit unter vier Rechtsextremen stachen zwei von ihnen ihre Kameraden am 17. April 1997 in Berlin-Treptow nieder. Die Täter sowie die Opfer gehörten der rechtsextremen Szene in Berlin und dem angrenzenden Umland an.

90.) Horst Gens, 50 Jahre, Arbeitsloser (HM)
Am 22. April 1997 wurde er in Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Männern entführt, geschlagen und in einen Straßengraben geworfen. Die Täter kamen später nochmals zurück und erschlugen ihn mit einem 30 Kilogramm schweren Stein. Als Motiv für die Tat gaben sie an, dass sie „Assis klatschen“ wollten.

91.) Augustin Blotzki, 59 Jahre, Arbeitsloser (RT und HM)
Am 8. Mai 1997 wurde er in Königs-Wusterhausen (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten zweimal innerhalb weniger Stunden in seiner Wohnung überfallen und zuletzt zu Tode geprügelt.

92.) Matthias S., 39 Jahre
Am 23. September 1997 wurde er in Cottbus (Brandenburg) von einem 19-jährigen Skinhead erstochen, nachdem er diesen als “Nazisau” beschimpft hatte.

93.) Erich Fisk, Obdachloser
Am 23. September 1997 wurde er in Angermünde (Brandenburg) mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden, die ihm junge Männer zugefügt hatten. Ohne aus dem Koma ergewacht zu sein starb Erich Fisk am 30. August 1998 im Krankenhaus.

94.) Georg V., 46 Jahre
Er wurde am 27. September 1997 vom selben Skinhead, der vier Tage zuvor Matthias S. erstochen hatte, in Cottbus (Brandenburg) wegen geringfügiger Geldschulden getötet.

95.) Josef Anton Gera, 59 Jahre, Rentner
Am 14. Oktober 1997 wurden ihm in Bochum (Nordrhein-Westfalen) von zwei 26- und 34-jährigen rechten Skinheads schwere innere Verletzungen mit einem Stahlrohr zugefügt, denen er am 17. Oktober 1997 erlag. Nach Angaben der beiden Täter hatte ihnen das spätere Opfer sexuelle Avancen gemacht.

1998

96.) Jana Georgi, 14 Jahre
Sie wurde am 26. März 1998 in Saalfeld (Thüringen) auf offener Straße von einem rechtsgerichteten 15-Jährigen erstochen, den sie zuvor als “Fascho” bezeichnet hatte.

97.) Nuno Lourenco, Zimmermann (RT)
Im Juli 1998 wurde er von acht rechtsgerichteten Männern zwischen 18 und 20 Jahren in Leipzig (Sachsen) zusammengeschlagen. Er starb am 29. Dezember 1998 in Portugal an den Folgen der Verletzungen.

1999

98.) Farid Guendoul (alias Omar Ben Noui), 28 Jahre, Asylbewerber (RT)
In der Nacht zum 13. Februar 1999 wurde er in Guben (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten gejagt und trat auf der Flucht eine Glastür ein, wobei er sich tödliche Verletzungen zuzog.

99.) Egon Efferts, 58 Jahre, Frührentner
Am 17. März 1999 wurde er in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) von drei bekennenden rechten Skinheads “aus purer Lust auf Menschenjagd” totgetreten.

100.) D., 44 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Am 9. August 1999 wurde er in Eschede (Niedersachsen) von einem 17-Jährigen und einem 18-Jährigen totgetreten, nachdem er sie mehrmals aufgefordert hatte, “den Scheiß mit dem Skinhead-Gehabe zu lassen”.

101.) Carlos Fernando, 35 Jahre (RT)
Der Mosambikaner wurde am 15. August 1999 in Kolbermoor (Bayern) von einem 31-jährigen Mann totgeprügelt, der sich zuvor darüber aufgeregt hatte, dass das Auto seiner Freundin von Afrikanern zugeparkt worden war.

102.) Patrick Thürmer, 17 Jahre, Lehrling
In der Nacht zum 2. Oktober 1999 griffen rechte Skinheads ein Punkfestival in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) an. Thürmer und einem Freund gelang es zunächst, zu einem Bauernhof zu flüchten. Dort wurde er von drei Skinheads, die ihn verfolgt hatten, mit Fußtritten, einer Axt und einem Billardqueue bewusstlos geprügelt. Am Morgen darauf fanden ihn Anwohner. Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

103.) Kurt Schneider, 38 Jahre, Sozialhilfeempfänger (HM)
In der Nacht zum 6. Oktober 1999 wurde er von vier Skinheads in Berlin-Lichtenberg zu Tode gequält.

104.-107.) Daniela Peyerl, 18 Jahre; Karl-Heinz Lietz, 54 Jahre; Horst Zillenbiller, 60 Jahre; Ruth Zillenbiller, 59 Jahre
Daniela Peyerl, Karl-Heinz Lietz, Horst Zillenbiller und Ruth Zillenbiller wurden am 1. November 1999 vom 16-jährigen Martin Peyerl, dem Bruder Daniela Peyerls, in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter, der über eine rechtsextreme und gewaltverherrlichene Einstellung verfügte, tötete sich anschließend selbst.
2000

108.) Bernd Schmidt, 52 Jahre, obdachloser Glasdesigner
Er wurde in seiner Baracke in Weißwasser (Sachsen) von zwei 15-jährigen und einem 16-jährigen Jugendlichen über einen Zeitraum von drei Tagen zu Tode geprügelt. Sie wollten 900 DM für ein Moped erpressen, doch Bernd Schmidt konnte diese nicht zahlen. Er starb am 31. Januar 2000 an Hirnblutungen und einer Lungenentzündung, die er sich durch das Einatmen von Blut zugezogen hatte.

109.) Helmut Sackers, 60 Jahre
Am 29. April 2000 wurde er von einem Neonazi im Treppenhaus eines Plattenbaus in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) erstochen, weil er sich über das laute Abspielen von Nazimusik, unter anderem des Horst-Wessel-Liedes, beschwert und die Polizei verständigt hatte.

110.) Dieter Eich, Sozialhilfeempfänger
Am 25. Mai 2000 wurde er von vier rechten Jugendlichen, die “einen Asi klatschen” wollten, in seiner Wohnung in Berlin-Pankow zusammengeschlagen und erstochen.

111.) Falko Lüdtke, 22 Jahre
Er wurde am 31. Mai 2000 in Eberswalde (Brandenburg) von einem Angehörigen der rechten Szene vor ein Taxi gestoßen und überfahren.

112.) Alberto Adriano, 39 Jahre
Er wurde am 11. Juni 2000 in der Nähe des Stadtparks in Dessau (Sachsen-Anhalt) von drei rechten Jugendlichen bewusstlos geschlagen und getreten, in den Park geschleift und weiter geschlagen, bis die Polizei kam. Drei Tage später starb er an seinen Verletzungen.

113.) Klaus-Dieter Gerecke, Obdachloser (HM)
Er wurde in der Nacht zum 24. Juni 2000 in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) von einem der rechten Szene zuzuordnenden 21-jährigen Mann und zwei Frauen zu Tode geprügelt. Eine der Begleiterinnen hatte dem Täter zugerufen: „Da ist der Assi, klatsch ihn tot“.

114.) Jürgen S., 52 Jahre, Obdachloser (HM)
Am 9. Juli 2000 wurde er von fünf Rechtsextremisten in einem Abrisshaus in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) mit Schlägen und Tritten so schwer misshandelt, dass er wenig später seinen Verletzungen erlag.

115.) Norbert Plath, 51 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Am 27. Juli 2000 wurde er in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Rechtsextremisten zu Tode geprügelt, weil sie ihn für „asoziale[n] Dreck“ hielten.

116.) Malte Lerch, 45 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
In der Nacht zum 12. September 2000 wurde er in Schleswig (Schleswig-Holstein) von zwei Skinheads erschlagen, nachdem er mit ihnen auf einer Wiese gezecht hatte. Die beiden Skinheads fühlten sich beleidigt, da Malte Lerch schlecht über die Skinhead-Szene gesprochen hatte.

117.) Belaid Baylal, 42 Jahre, Asylbewerber
Am 4. November 2000 starb er an den Spätfolgen eines Angriffs zweier Skinheads am 8. Mai 1993 in einer Gaststätte in Belzig (Brandenburg). Er war seinerzeit beschimpft und verprügelt worden und hatte mit lebensgefährlichen Verletzungen am Dünndarm ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Er starb schließlich am dritten Darmverschluss.

118.) Eckhardt Rütz, 42 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Am 25. November 2000 wurde er in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) vor der Mensa der Universität von drei rechten Skinheads getreten und mit Baumstützpfählen zusammengeschlagen, weil “so einer wie Rütz dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liegt”. Eckhardt Rütz starb an seinen schweren Kopfverletzungen.

2001

119.) Willi Worg, 38 Jahre
Am 25. März 2001 wurde er in Milzau (Sachsen-Anhalt) von fünf Männern, von denen mindestens drei zur rechten Szene gehörten, vor einer Diskothek zusammengeschlagen und getreten. Drei Tage später erlag er seinen Verletzungen.

120.) Fred Blanke, 51 Jahre, Frührentner
Am 26. März 2001 wurde er in seiner Wohnung in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei jungen Männern der rechten Szene getreten und mit Stuhlbeinen und Faustschlägen geschlagen. Die beiden waren auf Zechtour und benötigten Geld, doch Fred Blanke hatte sich geweigert den ihm flüchtig bekannten Angreifern Geld zu geben. Er starb an Gehirnblutungen.

121.) Mohammed Belhadj, 31 Jahre, Asylbewerber
Am 22. April 2001 wurde er nahe Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) von vier Männern mit rassistischer Gesinnung umgebracht. Zuvor hatten sie Belhadj auf Haschisch angesprochen und in ihr Auto steigen lassen. Kurz darauf kam es zu einem Streit, weil er ihnen keine Drogen besorgen konnte. Im Auto und an einem nahegelegenen Kiessee wurde er geschlagen und getreten, ehe er gezwungen wurde ins Wasser zu gehen. Im Wasser kniend wurde ihm schließlich ein schwerer Stein an den Kopf geworfen, woraufhin er ins Wasser fiel und ertrank.

122.) Klaus-Dieter Harms, 61 Jahre (HM)
Am 9. August 2001 wurde er von zwei Männern in seiner Wohnung in Wittenberge (Brandenburg) zu Tode geprügelt. Das Gericht stellte fest, dass die beiden Täter den gehbehinderten Alkoholiker als verachtungswürdigen Menschen betrachtet und aus „Mordlust“ gehandelt hätten.

123.) Dieter Manzke, 61 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Am 9. August 2001 wurde er von fünf jungen Männern in einem leer stehenden Gartenbungalow in Dahlewitz (Brandenburg) erschlagen, da sich die Täter “gestört fühlten” und angesichts seiner Lebensweise “Ordnung schaffen wollten”.

124.) Arthur Lampel, 18 Jahre
Dem aus Russland stammenden Aussiedler wurde am 9. September 2001 bei einem Fest in Bräunlingen (Baden-Württemberg) von einem Skinhead ein Weizenbierglas auf den Kopf geschlagen. Ein Splitter drang in die Halsschlagader ein, woran Arthur Lampel schließlich verblutete.

125.) Ingo B., 36 Jahre
Am 6. November 2001 wurde der Herzkranke in einer Berliner Wohnung von drei angetrunkenen Rechtsextremisten getreten, geschlagen und gewürgt, da sie angeblich 40 DM Schulden eintreiben wollten. Er starb daraufhin an einem Herzinfarkt.

2002

126.) Kajrat Batesov, 24 Jahre
Am 4. Mai 2002 wurde der Aussiedler zusammen mit einem Freund in Wittstock (Brandenburg) von mehreren jungen Männern mit Schlägen und Tritten traktiert. Kajrat Batesov wurde anschließend ein 18 Kilogramm schwerer Feldstein auf die Brust geworfen. Am 23. Mai 2002 erlag er schließlich seinen schweren Verletzungen. Während des Gerichtsprozesses stellte die Kammer eine „diffuse Fremdenfeindlichkeit” bei den Tätern fest.

127.) Klaus Dieter Lehmann, 19 Jahre (HM)
Am 15. Mai 2002 lud der geistig und körperlich Behinderte zwei betrunkene rechte Skinheads in sein Zimmer in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) ein. Dort rissen sie Poster afroamerikanischer HipHop-Sänger von den Wänden. Danach gingen sie gemeinsam zu einem See, und da er “genervt” habe, schlugen ihn die beiden Täter zu Boden, ehe einer der Skinheads ihm mit Tritten den Kopf zertrümmerte. Klaus Lehmann starb an Hirnquetschungen.

128.) Ronald Masch, 29 Jahre, Dachdecker
Am 1. Juni 2002 wollten vier Rechtsextremisten den betrunkenen Ronald Masch in der Nähe von Neu Mahlisch (Brandenburg) ausrauben. Sie schlugen ihn zusammen, und einer der Täter stach etwa vierzigmal in Niere, Brustkorb und Hals. Der Fahrer eines Mähdreschers fand die Leiche elf Tage später.

129.) Marinus Schöberl, 17 Jahre (RT)
Marinus Schöberl wurde am 12. Juli 2002 von drei Rechtsextremisten in einer Wohnung in Potzlow (Brandenburg) auf das Schwerste erniedrigt und misshandelt. Anschließend wurde er zu einem Schweinestall gebracht und weitermalträtiert. Nach stundenlanger Quälerei wurde er schließlich am Morgen des 13. Juli mit einem „Bordsteinkick“ ermordet. Seine Leiche wurde im November 2002 in einer Jauchegrube gefunden. Die beiden 17-jährigen und der 23-jährige Täter hatten Schöberl für “minderwertig” gehalten, weil er Sprachschwierigkeiten hatte und mit seinem HipHop-Outfit nicht ihrem Geschmack entsprach.

130.) Ahmet Sarlak, 19 Jahre, Lehrling
Am 9. August 2002 wurde er auf einem Volksfest in Sulzbach (Saarland) von einem Rechtsextremisten mit fünf Messerstichen in Bauch und Brust verletzt, nachdem er ihn versehentlich mit einer weggeschnippten Zigarettenkippe getroffen hatte. Sarlak starb einen Tag später an seinen schweren Verletzungen.

2003

131.) Hartmut Balzke, 48 Jahre
Am 25. Januar 2003 hatte er seinen Sohn zu einer Punk-Party in Erfurt (Thüringen) begleitet. Als er mit einer Gruppe Punks auf der Straße stand, wurden sie überraschend von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen. Zeugen fanden einen Punk und Hartmut Balzke mit schweren Kopfverletzungen auf der Straße liegend. Er erlag am 27. Januar 2003 seinen Verletzungen.

132.) Enrico Schreiber, 25 Jahre
In der Nacht zum 29. März 2003 wurde der Punk in der Wohnung einer Plattenbausiedlung in Frankfurt/Oder (Brandenburg) von drei rechtsgesinnten Männern so schwer misshandelt, dass er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

133.- 135.) Hartmut Nickel, 61 Jahre; Mechthild Nickel, 53 Jahre; Alja Nickel, 26 Jahre
Am 7. Oktober 2003 fuhr der 45-jährige Neonazi Thomas Adolf zusammen mit seiner 19-jährigen Freundin Jennifer D. zum Haus des Rechtsanwalts Hartmut Nickel in Overath (Nordrhein-Westfalen). Dort erschoss er zuerst Nickels Ehefrau Mechthild, dann fesselte D. den Rechtsanwalt und seine Tochter Alja, ehe Adolf sie durch Kopfschüsse aus nächster Nähe tötete. Im Gerichtsverfahren beschrieb der Täter sich selbst als “engagiertes Mitglied der Nazi-Szene”. Weiterhin äußerte er rechtsextreme Hasstiraden gegen “das deutsche Rechtswesen” und meinte: “Alle Juristen müssen vernichtet werden.” Die Morde nannte er eine “von mir selbst durchgeführte Maßnahme zur Gesundung des deutschen Volkes”, die “mehr als notwendig” gewesen sei.

136.-138.) Viktor F., 15 Jahre; Aleksander S., 17 Jahre; Waldemar I., 16 Jahre
In der Nacht zum 20. Dezember 2003 wurden die Aussiedler in Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem 17-jährigen, der Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen erstochen. Der Täter wollte in eine Diskothek, hatte dort jedoch wegen einer vorherigen Prügelei bereits Hausverbot. Vor dem Lokal kam es zu einer Auseinandersetzung mit den Opfern, in deren Verlauf die drei Jugendlichen tödlich verletzt wurden.

2004

139.) Oleg V., 27 Jahre
In der Nacht zum 21. Januar 2004 wurde der Aussiedler in Gera/Bieblach-Ost (Thüringen) von drei der Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen mit Schlägen, Tritten und Messerstichen traktiert, sodass Oleg V. schließlich an seinen schweren Verletzungen starb.

2005

140.) Oury Jalloh, 21 Jahre
Oury Jalloh starb am 7. Januar 2005 in einer Zelle des Polizeireviers Dessau (Sachsen-Anhalt). Der Asylbewerber aus Sierra Leone kam unter bis heute nicht genau aufgeklärten Umständen während eines Brandes ums Leben. Zum Zeitpunkt seines Todes war der Bürgerkriegsflüchtling mit ausgestreckten Armen und Beinen auf einer Matratze liegend angebunden. Nachdem die Matratze aus schwer entflammbarem Material aus ungeklärter Ursache in Flammen aufgegegangen war, verstarb der Gefangene an einem Hitzeschock. Während die Polizei von einem Freitod sprach, kamen im Laufe der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zahlreiche Widersprüche zutage, die zumindest unterlassene Hilfeleistung der diensthabenden Polizisten wahrscheinlich machen. Der Prozess wird wieder neu aufgenommen.

141.) Thomas Schulz, 32 Jahre
Am 28. März 2005 trafen in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) ein 17-jähriger Neonazi und seine 16-jährige Freundin gegen 19 Uhr in der U-Bahn-Station Kampstraße auf den 32-jährigen Punk Thomas Schulz. Nach einer verbalen Auseinandersetzung zog der Neonazi ein Messer und stach auf das Opfer ein. Thomas Schulz verstarb noch am selben Abend im Krankenhaus.

142.) Arthur K., 34 Jahre
Der Täter Christian W. rief am 15. April 2005 in einem Park in Schwerte (Nordrhein-Westfalen) rechte Parolen und zeigte den Hitlergruß. Daraufhin kam es zu einem Wortgefecht mit dem späteren Opfer. Im Zuge des Streites stach der Täter fünf Mal auf Arthur K. ein und verletzte ihn damit tödlich.

2007

143.) Andreas F., 30 Jahre
Nach einem Streit am Morgen des 1. Januar 2007 wurde der 30-jährige Familienvater aus der rechtsextremen Szene in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) von örtlichen Kameraden ermordet.

2008

144.) Bernd K., 55 Jahre, Obdachloser (RT und HM)
Der wohnungs- und arbeitslose Bernd K. wurde in der Nacht zum 22. Juli 2008 in Templin (Brandenburg) von zwei Rechtsextremen zunächst massiv misshandelt, gewürgt und schließlich getötet. In der Gerichtsverhandlung hielt der Richter fest, dass das neonazistische Menschenbild des Täters bei der Auswahl des als “asozial” angesehenen Opfers entscheidend war.

145.) Hans-Joachim S., 50 Jahre (HM)
Am 1. August 2008 wurde Hans-Joachim S. vor dem Hauptbahnhof in Dessau (Sachsen-Anhalt), wo er auf einer Parkbank übernachtete, von zwei der rechtsextremen Szene nahestehenden Männern getreten und geschlagen. Außerdem prügelte einer der beiden mit einem fünf Kilogramm schweren Metall-Mülleimer so lange mit voller Wucht auf Kopf und Oberkörper des Opfers ein, bis die Täter von dessen Tod überzeugt waren. Vor Gericht zeigten beide eine „tiefe innere Miss- und Verachtung“ für ihr Opfer und ein „Gefühl der Überlegenheit“ über den Mann, der in ihren Augen ein „Penner“ und „Asozialer“ war, so der Oberstaatsanwalt.

146.) Cha Dong N., 20 Jahre
Der vietnamesische Zigarettenhändler Cha Dong N. wurde am 6. August 2008 in Berlin-Marzahn vom 35-jährigen Tino W. ausgeraubt und mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt. Zuvor war er vom Täter festgehalten und der Polizei telefonisch als illegaler Zigarettenhändler gemeldet worden. W. fragte die Polizei: „Regelt ihr das oder muss ich das selbst erledigen?” Noch ehe ein Streifenwagen zur Stelle war, verletzte er sein Opfer so schwer, dass es im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Die “Fidschis”, wie der Täter die “kriminellen Vietnamesen” nannte, waren ihm schon lange ein Dorn im Auge. Gegenüber einem Bekannten hatte er bereits vor der Tat geäußert: “Ich werde hier aufräumen, wenn die Bullen das nicht machen”.

147.) Rick L., 20 Jahre (RT)
Der Kunststudent Rick L. verweigerte am Abend des 13. August 2008 in der Nähe der Diskothek “Funpark” in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dem gleichaltrigen, wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraften Neonazi Bastian O. eine Zigarette. Dieser schlug und trat daraufhin sein Opfer zusammen. Die mörderische Reaktion des Täters auf eine Nichtigkeit lässt sein menschenverachtendes Weltbild erkennen. Rick L. erstickte an einer nahegelegenen Bushaltestelle an seinem eigenen Blut.

148.) Marcel W., 18 Jahre
Marcel W. wurde am 24. August 2008 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) über mehrere Stunden von David B. misshandelt und in Brust und Bauch gestochen, ehe er an seinen Verletzungen starb. David B. hatte Marcel W. erstmals im November 2007 zusammengeschlagen und wollte eine Zeugenaussage W.s im Prozess zur Tat verhindern. Der Täter war als rechtsextremer Gewalttäter polizeilich in Erscheinung getreten. Während des Gerichtsprozesses betonten Zeugen darüber hinaus, die feste Verankerung des Täters in der Neonaziszene.

2009

149.) Marwa El-Sherbini, 31 Jahre
Während einer Strafverhandlung am 1. Juli 2009 im Landgericht Dresden (Sachsen), zu der Marwa El Sherbini als Zeugin geladen war, wurde sie vom Angeklagten Alex W. aus einer islam- und ausländerfeindlichen Motivation heraus erstochen.

Weitere Fälle sind noch im Zustand der Überprüfung. Die Dunkelziffer ist darüber hinaus hoch, da sich viele Gewalttaten nachts ohne Zeugen abspielen.

Gemeinsame Anreise nach Lilienthal

Es wurde der Wunsch nach einer gemeinsamen Anreise geäußert, in diesem Sinne….am Donnerstag, 29.12.11, Treff um 14 Uhr am BSAG Infopunkt HBF, um dann nach Lilienthal zu fahren.
Wir feuen uns auf rege Beteiligung zum spazierengehen…..

Spaziergang in Lilienthal am 29.12.11

Das Jahr antifaschistisch ausklingen lassen…
Am Do. 29.12.11
Wir wollen gemeinsam einen Spaziergang durch Lilienthal machen,
den Austausch suchen mit anderen Aktivist_innen und Anwohner_innen.
Anlass:
Hannes Ostendorf ist der Betreiber des „Baguette de France“ in der Hauptstraße 67 in Lilienthal. Er hatte zum 1. Dezember 2011 eine Gewerbeerweiterung seines Geschäftsbereiches auf den Verkauf von Kleidung und Schmuck beantragt. Dabei scheint nicht ausgeschlossen, dass es sich um Kleidung mit rechtsradikaler Symbolik („Thor Steinar“ u.a.) oder Merchandise seiner rechten Hooligan-Band „Kategorie C“ handelt.
Lilienthal könnte mit dem erweitertem Angebot Ostendorfs ein Treffpunkt der rechten Hooligan- und regionalen Naziszene drohen. Das liegt auf der Hand!

Treff 15.00 Uhr in Lilienthal, Haltestelle Danzigerstr.

Kundgebung „Rassismus tötet!“

Nach dem Bekanntwerden der Mordserie von Nazis, den Verstrickungen des Verfassungsschutzes in diese und der rassistischen Berichterstattung der Medien, die die Morde als „Döner-Morde“ bezeichnen rufen wir alle auf zur folgenden Kundgebung zu gehen:

Rassismus tötet! – Rasizm öldürüyor!
Samstag, 17.12.11, 15 Uhr, Ansgarikirchof

Den Aufruf gibt es auf Deutsch und auf Türkisch

Organisiert wird das ganze vom Bündnis „Rechte Gewalt stoppen“

Tostedt/Aktion zum Naziladenjubiläum

In den Abendstunden des 15.11 fand im Umfeld des Naziladens „Streetwear-Tostedt“ eine Flyeraktion statt. Eine kleine Gruppe Antifaschist_Innen nahm das 6-jährige Jubiläum des Ladens in der Niedersachsenstraße 1 im Tostedter Ortsteil Todtglüsingen zum Anlass um mal wieder über das Geschäft, seinen Betreiber und den neonazistischen Hintergrund aufmerksam zu machen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Neben dem Jubiläum am 5.November, feiert der Betreiber und bekannte Neonazi Stefan Silar Ende November seinen Geburtstag. In den letzten Jahren fanden immer wieder größere und kleinere Aktivitäten statt. Vor zwei Jahren am 21.11 organisierte Silar zum 4-jährigen Geschäftsjubiläum ein Rechtsrock Konzert im nahen gelegenen Dorf Königsmoor ( http://de.indymedia.org/2009/11/266677.shtml). Dazu kamen Neonazis aus Nord- und Ostdeutschland. Es spielte die NSHC-Band „Path of Resistance“, die regionale Band „Alte Schule“ aus Schneverdingen und „Propaganda“.

Der Betreiber des Naziladens Stefan Silar gilt als einer der Köpfe der norddeutschen Neonaziszene. Seitdem er 1992 den ehemaligen Capitän Gustav Schneeclaus tot schlug, gilt er in der Szene als Kader, der zu dem steht was er sagt. ( http://de.indymedia.org/2010/03/275942.shtml) Die Ideologie nach der Silar damals tötete vermittelt er nun durch seinen Laden an Nachwuchsnazis. Das schlägt sich in der langen Liste von gewalttätigen Übergriffen durch Neonazis in Tostedt nieder. Die Polizei und die Justiz sind nicht in der Lage in irgendeiner Form die Naziübergriffe zu beenden oder einzuschränken. In den letzten Monaten beobachten die örtlichen Antifaschist_Innen wieder vermehrt neonazistische Aktivitäten. Am Abend des 11.11 wurde ein Antifaschist am Bahnhof Buchholz von zwei Tostedter Neonazis angegriffen und verprügelt. Zum sogenannten „Volkstrauertag“ am 13.11. veranstaltete die Naziszene eine Gedenkveranstaltung. Letzter öffentlicher Artikel ( http://de.indymedia.org/2011/09/315351.shtml)
Das Versagen der Polizei und der Justiz wird besonders deutlich bei Stefan Silar selbst. Trotz einer lange Liste von Körperverletzungsdelikten und einem klaren neonazistischen Menschenbild aus dem heraus seine Übergriffe resultieren, ist es den Repressionsbehörden nicht gelungen Silar „weg zu sperren“ oder den Naziladen zu schließen.

Lange Zeit vermittelte die Presse, die Polizei und die Justiz den Eindruck als ob es gelingen würde den Naziladen auf juristischem Wegen zuschließen. Doch der Eindruck trügt, in erster Instanz vor dem Amtsgericht in Tostedt wurde Silar zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, dagegen ging er mit seinem Anwalt Arndt Hohnstädter aus Leipzig in Revision. Vor dem Gericht in Stade, verringerte der Richter die Strafe zu einer Bewährungsstrafe mit der Auflage, „der Laden sei innerhalb von 3 Monaten zuschließen“. Maßgeblich stützte sich das Gericht auf eine positive Sozialprognose und eine Aussage einer örtlichen Staatsschutzbeamtin. Woher das Gericht bei einer Karriere ( http://de.indymedia.org/2010/03/275942.shtml) wie der von Herrn Silar auf eine solche Prognose kam, bleibt unschlüssig. Auch gegen dieses Urteil wehrt er sich weiter, sodass der Fall jetzt von dem Gericht in Celle geprüft wird.

Es sieht alles danach aus, dass der Laden von Staatsseite nicht geschlossen werden kann.

Das zeigt einmal mehr die Notwendigkeit antifaschistischer Intervention, um die Neonazis in ihrem Handeln einzuschränken. Das Naziproblem ist zum einen durch die gescheiterte „akzeptierende Jugendarbeit“ (Link) der neunziger Jahre selbst gemacht und zum anderen ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es lässt sich nicht einfach einsperren oder verbieten. Um das Problem nachhaltig zu bekämpfen ist es zwingend notwendig der Naziszene was entgegen zu setzten.

Wir fordern die Schließung des Naziladens „Streetwear-Tostedt“!

Unsere Perspektive ist und bleibt der Aufbau einer Antifaschistischen Jugendkultur, die in der Lage ist den Nazis Widerstand entgegen zu setzen!

Seit Oktober 2010 kämpft die Kampagne „Landfriedensbruch“ für antifaschistische Perspektiven in der Region Tostedt.

Landfriedensbruch

DEMOAUFRUF

Kein Heimspiel für “KC”- rechte Gewalt stoppen!

Für den 26.11.2011 hat die rechte Hooligan- Band „Kategorie C- Hungrige Wölfe“ ein Konzert in Bremen angekündigt. Nachdem das letzte Konzert der Band am 12.06.2011 in Bremen Oslebshausen unter den Augen von Polizei und Stadt Bremen ungestört über die Bühne gebracht werden konnte, wollen wir diesmal den den Druck erhöhen und den Nazis nicht einfach so den Raum überlassen.

Wohin das Ignorieren rechter Gewalt führt, wird derzeit durch den Fall der „Zwickauer Terrorzelle“ verdeutlicht. Wie auch in den letzten öffentlichen Debatten über rechte Gewalt, wird auch in der aktuellen Diskussion lediglich über die Verbesserung der staatlichen Sicherheitsbehörden als Präventivmaßnahme zur Verhinderung solcher Taten gesprochen, anstatt über die gesellschaftlichen Ursachen für eben diese zu sprechen. Die Geschehnisse um die „Zwickauer Terrorzelle“ sind trotzdem nur die Spitze des Eisberges rechter Gewalt. Seit der „Wiedervereinigung“ ist es zu mehr als 120 tödlichen Vorfällen durch rassistische Gewalt gekommen, welche es jedoch nicht in die breite Öffentlichkeit geschafft haben.

„Kategorie C- Hungrige Wölfe“ bilden eine wichtige ideologische Brücke zwischen organisierten Neonazis und Personen mit einem noch nicht geschlossenen rechten Weltbild. Durch die in ihren Texten transportierte Mischung aus männlichen Chauvinismus, Nationalismus sowie einer Verklärung von Gewalt, schaffen sie Voraussetzungen für die Anschlussfähigkeit und die Akzeptanz von neonazistischen Ideologien. So bilden die Konzerte einen Sammelpunkt für bekennende Neonazis, rechtsoffene Hooligans und Jugendlichen und haben somit ein politisierendes Moment.
Der Sänger der Band, Hannes Ostendorf, einer der Verurteilten im sogenannten „Ostkurvenprozess“, ist ebenso ein Mitglied der rechten Bremer Hooligangruppe „Standarte“. Mitglieder der „Standarte“ tauchen auch bundesweit immer wieder auf Neonazi Demonstrationen auf, so z.B. auch Standartemitglieder wie Henrik Ostendorf (ehemaliger Mitarbeiter des NPD Parteiblattes „Deutsche Stimme) oder auch Gerry Bakker, am 06.08.2011 zur Nazidemonstration im niedersächsischen Bad Nenndorf. Dass auch immer wieder persönliche und geschäftliche Verstrickungen von den Protagonisten der Band „KC-Hungrige Wölfe“ in neonazisitische Kreise nachgewiesen werden konnten,beweist wie absurd die Versuche der Band sind, sich in der Öffentlichkeit als „unpolitisch“ verkaufen zu wollen. So trat z.B. Hannes Ostendorf als Sänger der neonazistischen Band „Nahkampf“auf und das „KC“ Konzert welches am 25.06.2011 ursprünglich in Wunstorf stattfinden sollte, wurde vom ostwestfälischen Neonazi-Kader Marcus Winter organisiert.

Nachdem der durch eine breite Öffentlichkeit verfolgte „Ostkurvensaalprozess“ in diesem Sommer zu Ende gegangen ist, scheint das Thema rechte Gewalt aus der Bremer Öffentlichkeit wieder verschwunden zu sein. Dass die Bremer Parteien und Behörden offensichtlich kein Problem in der Durchführung rechter Konzerte in Bremen sehen, halten wir für eine bedenkliche Entwicklung. Dies zeigt deutlich, dass mensch sich nicht auf den „staatlichen Antifaschismus“ verlassen kann und darf.
Wir fordern daher alle möglichen Vermieter*Innen geeigneter Räumlichkeiten auf, sich genau zu überlegen, mit wem sie sich dort geschäftlich einlassen würden. Es gibt keine Entschuldigung dafür, Nazis bewusst Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Wir wollen mit der Demonstration am 22.11.2011 ein deutliches Zeichen gegen rechte Strukturen in Bremen und überall setzen! Kommt um 17.00 zur Demo am Brill!
In diesem Sinne: kein Heimspiel für „KC“!

Bündnis rechte Gewalt stoppen im November 2011

rechtegewaltstoppen@web . de
href=“http://rechtegewaltstoppen.blogsport.de/“>

Kein Heimspiel für „Kategorie C- Hungrige Wölfe“

Für den 26.11.2011 hat die rechte Hooligan- Band ein Konzert in Bremen angekündigt.
Nach dem das letzte Konzert der Band in Bremen am 12.06.2011 unter den Augen von Polizei und Stadt Bremen ungestört über die Bühne gebracht werden konnte, wollen wir diesmal den den Druck erhöhen und den Nazis nicht einfach so den Raum überlassen.

In diesem Sinne fordern wir alle Antifaschistin*Innen auf sich den 26.11.2011 im Kalender rot an zu streichen und mit uns gemeinsam dafür zu sorgen das, das KC Konzert nicht ungestört über die Bühne geht.

Weitere Informationen folgen.

Antifa heißt Angriff!

(kopiert vom Antifaschistischen Komitee Bremen http://antifa-komitee.org/)

+++Naziaufmarsch in Bremerhaven verhindern+++

Nazis (Bür­ger­be­we­gung Für Bre­mer­ha­ven) wollen am Mon­tag, den 3. Ok­to­ber 2011, in Bre­mer­ha­ven gegen den Bau einer Mo­schee de­mons­trie­ren.

Dies gilt es zu verhindern!

SAV und Links­ju­gend mobilisieren zu einem Treff­punkt um 10.​30 am Haupt­ein­gang des Haupt­bahn­ho­fes in Gee­ste­mün­de.
Die Nazis wol­len dann ihre Kund­ge­bung ab 12 Uhr auf dem Pend­ler­park­platz durch­füh­ren.

Also werdet aktiv, findet euch in Gruppen zusammen und zeigt den Nazis, dass sie nicht erwünscht sind, nicht in Bremen, Lilienthal, Bremerhaven oder sonstwo!

Checkt unbedingt vorher nochmal:
bhv-​ge­gen-​na­zis.​blogspot.​com und bre­mer-​schat­ten­be­richt.​com

Kategorie C Sänger Hannes Ostendorf in Lilienthal geoutet

1. Streich

Mit einem guten Dutzend Menschen haben wir am 17.09.2011 hunderte Flugzettel (Vorderseite Rückseite) entlang der Lilienthaler Hauptstraße verteilt. Ziel war es, auf die politischen Hintergründe des Inhabers des Ladens „Baguette de France“ aufmerksam zu machen und seine Bedeutung als eine der Hauptpersonen der regionalen Neonazistrukturen darzustellen.

„Baguette de France“ in der Hauptstraße 67 gehört Hannes Ostendorf, Sänger der Band „Kategorie C“ und mehrfach wegen Gewalttaten vorbestraft; unter anderem für einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Am 29.09.2011 wurde er (mit sechs weiteren Tätern aus der rechten Hooliganszene) erneut für einen neonazistischen Angriff vom Amtsgericht Bremen verurteilt (End Of Road Bericht).

Um vor dem Beginn des Verkaufstages unsere Infozettel zu streuen und den Lilienthaler_innen ein interressantes Wochenendthema darzubieten waren wir um 9 Uhr vor Ort. Wir zogen entlang der Hauptstraße und steckten die Flyer in sämtliche Briefkästen, an Scheibenwischer und Geschäfte. Menschen die uns über den Weg liefen wurden direkt angesprochen und manche, schon geöffnete, Geschäfte wollten Flyer bei sich auslegen. Das Feedback auf die Flugblätter war überwiegend positiv. Viele Menschen wussten schon über die neonazistischen Umtriebe des Hannes Ostendorf bescheid, einem anderem Teil waren die Infos neu und willkommen.

Auch in direkter Nachbarschaft und den anliegenden Geschäften des Ladens verteilten wir unsere Flyer. Allerdings wurden wir ab dort hartnäckig beobachtet und beschlossen es für den Tag gut sein zu lassen. An der Haltestelle des Busses zurück nach Bremen wurden wir leider noch aus einem Auto heraus gefilmt oder fotografiert. Ärgerlich…

2. Streich

Am Montag den 26.09.2011 fuhren wir, diesmal mit weniger Leuten, erneut nach Lilienthal, an das Gymnasium. Denn immer wieder kommt es vor, daß sich nichts Böses ahnende Schüler_innen nicht nur einen braunen Snack beim Neonazi kaufen, sondern auch ihre preiswerte Arbeitskraft unbedarft an die Sache der Rechten verkaufen, um in der aufgezwungenen Verwertungslogik des Kapitalismus zu bestehen.

Wir informierten die Schüler_innen, die sich in die Pause begaben und klemmten Flyer hinter die Scheibenwischer der parkenden Autos. Es wurde uns relativ schnell untersagt weiterhin auf dem Schulgelände Flyer zu verteilen, bereits in Fahrradkörbe gelegte Zettel wurden, vermutlich vom Hausmeister, wieder eingesammelt.

Einige Schüler_innen haben uns daraufhin geholfen und für uns die Flugblätter in der Schule verteilt. Nach der ersten Großen Pause sind wir dann wieder weg.

Alles in Allem zwei sehr erfolgreiche Aktionen. Es hat sich gezeigt, dass viele Menschen schon über den Laden bescheid wissen. Trotzdem scheinen viele, besonders junge Leute, dort noch einzukaufen. Die Meinung, dass es ok sei dort weiterhin zu essen ist relativ weit verbreitet. Vielleicht überlegen sich ja nun einige Personen, ob sie ihr Geld weiterhin einem aktiven Nazi geben wollen, oder doch lieber woanders essen möchten.

Das wird auf jeden Fall nicht die letzte Aktion gegen den Betreiber des Ladens gewesen sein.

Weitere Infos:

Ein Bericht über Hannes Ostendorfs Band Kategorie C gibt es hier

Ausführliche Broschüre über Naziläden in Bremen und Umgebung, Hannes Ostendorf und einige andere regionale Nazis gibt es hier

Eine ausführliche Zusammenfassung der gesamten rechten Strukturen in Bremen und Umzu gibt es hier

KEINEN METER! KEINEN LADEN UND KEINEN CENT DEN NAZIS! NICHT IN BREMEN ODER SONSTWO!